The Premise News
Welt

Flugzeugabsturz in Marília: Zwei Piloten tot, Überlebender schwer verletzt nach 36 Minuten Flug

Victória dos Santos de Sá
Flugzeugabsturz in Marília: Zwei Piloten tot, Überlebender schwer verletzt nach 36 Minuten Flug PHOTO BY The Premise News

Der Absturz eines Kleinflugzeugs vom Typ Beechcraft 58 in Marília, São Paulo, hat am vergangenen Mittwoch, dem 10. Juni 2026, zwei Todesopfer gefordert und einen weiteren Insassen lebensgefährlich verletzt. Die Maschine war nur rund 36 Minuten in der Luft und stürzte etwa einen Kilometer vom Flughafen Frank Miloye Milenkovich entfernt ab. Der Aufprall ereignete sich auf dem Fußballfeld der Associação Atlética Banco do Brasil (AABB), einem nahegelegenen Sportclub. Augenzeugen unter den Clubmitgliedern filmten die dramatischen Minuten unmittelbar nach dem Crash. Die Rettungskräfte trafen ein, während Flammen aus den Trümmern schlugen.

Flugverlauf und letzte Daten vor dem Aufprall

Laut Aufzeichnungen der Flugverfolgungsplattform FlightRadar startete die zweimotorige Maschine um 11:13 Uhr vom Flughafen Marília. Sie stieg auf eine Höhe von 5.000 Fuß (etwa 1.524 Meter) und flog zunächst Kurven über der Region, unter anderem über die Stadt Campos Novos Paulista. Der Flugplan der Betreibergesellschaft Rede Voa sah eine Rückkehr zum Ausgangsflughafen vor. Die letzte aufgezeichnete Position zeigte die Maschine um 11:49 Uhr auf einer Höhe von nur noch 610 Metern (2.000 Fuß) – unmittelbar bevor sie auf das Gelände der AABB stürzte. Die genaue Absturzursache ist noch unklar, doch die Nähe zum Flughafen deutet auf eine Phase der Landeanflugs hin.

  • Ein zweimotoriges Flugzeug stürzte am Mittwoch in Marília ab, tötete zwei Menschen und verletzte einen dritten schwer.
  • Die Maschine startete um 11:13 Uhr, stieg auf 1.524 Meter und fiel nach etwa 36 Flugminuten, einen Kilometer vom Flughafen entfernt, zu Boden.
  • Die Piloten Gabriel Maloni Mendes da Cruz (24 Jahre) und Henrique Guariente Filho (47 Jahre) kamen in den Flammen ums Leben.
  • Der dritte Insasse, Pablo Portella Ilwoski (28 Jahre), wurde schwer verletzt geborgen. Die Ermittlungsbehörde Cenipa untersucht die Ursache.

Letzte Höhe und Entfernung zum Ziel

Die Aufzeichnungen des FlightRadar zeigen, dass sich die Maschine zum Zeitpunkt des Absturzes nur einen Kilometer vom Flughafen entfernt befand. Dies weist darauf hin, dass sich die Tragödie in der Endphase des Fluges ereignete, als die Piloten bereits den Landeanflug eingeleitet hatten. Die Höhe von 610 Metern wenige Augenblicke zuvor spricht für einen Sinkflug. Die genauen Umstände, die zum Kontrollverlust führten, sind Gegenstand der laufenden Untersuchungen. Die Rettungskräfte kämpften gleichzeitig gegen die Flammen, die die Wrackteile erfasst hatten.

Die Opfer: Zwei erfahrene Piloten, ein Überlebender

Bei den Toten handelt es sich um Gabriel Maloni Mendes da Cruz, 24 Jahre alt, und Henrique Guariente Filho, 47 Jahre alt. Beide waren Piloten, doch der jüngere Gabriel befand sich zum Zeitpunkt des Unglücks am Steuer. Ihre Leichen wurden verkohlt in den Trümmern gefunden. Gabriel stammte aus Jales (SP) und arbeitete als Pilot für die Grupo Ponzan Alimentos, der das Flugzeug gehörte. Der dritte Insasse, Pablo Portella Ilwoski, 28 Jahre alt, ebenfalls Pilot, konnte von Angestellten des Clubs noch vor Eintreffen der Feuerwehr aus dem Wrack befreit werden. Er wurde umgehend in das Hospital das Clínicas von Marília gebracht, wo er sich bis zum Redaktionsschluss in einem kritischen Zustand befand.

Rettungsaktion und medizinische Versorgung

Die Rettung von Pablo Portella Ilwoski erfolgte durch beherzte Helfer, die sofort zur Unfallstelle eilten. Sie zogen den Schwerverletzten aus dem brennenden Wrack, bevor die Flammen die gesamte Kabine erfassten. Der Corpo de Bombeiros (Feuerwehr) übernahm später die Löscharbeiten und die Sicherung der Absturzstelle. Die Klinik in Marília bestätigte, dass der Zustand des 28-Jährigen weiterhin ernst sei. Die genauen Verletzungen wurden nicht bekannt gegeben, doch die Umstände der Bergung lassen auf schwere Verbrennungen und mögliche innere Verletzungen schließen.

Reaktionen des Unternehmens und laufende Ermittlungen

Die Grupo Ponzan Alimentos, Eigentümerin der abgestürzten Maschine, veröffentlichte eine offizielle Stellungnahme, in der sie den Tod von Gabriel Maloni zutiefst bedauerte. Das Unternehmen, das auf Gewürze, Saucen, Mehle und Konserven spezialisiert ist, erklärte, es stehe in Kontakt mit den Familien der Opfer und leiste Unterstützung. „In diesem Moment unermesslicher Trauer solidarisiert sich die gesamte Familie Grupo Ponzan mit den Angehörigen, Freunden und Kollegen von Gabriel“, hieß es in der Mitteilung. Das Unternehmen versprach zudem, die Behörden bei der Aufklärung des Unglücks zu unterstützen. Die Maschine, eine Beechcraft 58 aus dem Baujahr 1985 mit dem Kennzeichen PT-MDB, befand sich offiziell in einem regulären lufttüchtigen Zustand. Sie bot Platz für bis zu sechs Personen.

Untersuchung durch die Luftfahrtbehörde

Das Centro de Investigação e Prevenção de Acidentes Aeronáuticos (Cenipa) wurde eingeschaltet, um die Absturzursache zu ermitteln. Bislang liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor, ob technisches Versagen, menschliches Fehlverhalten oder äußere Faktoren wie Wetterbedingungen eine Rolle spielten. Die Feuerwehr war nach dem Absturz mit den Löscharbeiten beschäftigt. Die Ermittler werden nun Wrackteile, Flugdaten und Wartungsunterlagen analysieren. Die Grupo Ponzan sicherte ihre uneingeschränkte Kooperation zu.

Ein Zeuge postete kurz nach dem Unglück auf X: „Gerade ist ein Kleinflugzeug in Marília abgestürzt. Es scheint, dass ein Testflug stattfand. Ich habe noch keine Informationen zu Opfern.“

pic.twitter.com/OjpN2lfhMe
Die Einschätzung der The Premise News: Die Tragödie von Marília zeigt, wie fragil auch scheinbar routinemäßige Flüge mit Kleinflugzeugen sein können. Die Maschine befand sich in regulärem Lufttüchtigkeitsstatus, dennoch endete der Flug nach nur 36 Minuten in einer Katastrophe. Auf dem Spiel steht nicht nur das Leben der drei Insassen, sondern das Vertrauen in einen Sektor, der auf zahlreiche Faktoren angewiesen ist – von der Wartung über die Wetterbedingungen bis hin zur Entscheidungsfindung der Piloten. Der Widerspruch zwischen der relativ hohen Geschwindigkeit und der geringen Entfernung zum Flughafen deutet darauf hin, dass im Endanflug etwas Entscheidendes schiefging. Leser sollten den Abschlussbericht des Cenipa aufmerksam verfolgen, besonders wenn er Hinweise auf ein mechanisches Versagen oder eine Fehleinschätzung der Besatzung enthält. Die Tatsache, dass der jüngere Pilot am Steuer saß, wirft Fragen zur Erfahrung und zur Aufsicht durch den älteren Kollegen auf. Letztlich erinnert dieser Unfall daran, dass die allgemeine Luftfahrt, so alltäglich sie erscheinen mag, ständige Wachsamkeit in jeder Phase des Fluges erfordert.

Was denken Sie?