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US-Verteidigungsminister Hegseth schließt Militäraktion gegen Kubas Präsidenten Díaz-Canel nicht aus

David Wendel Batista
US-Verteidigungsminister Hegseth schließt Militäraktion gegen Kubas Präsidenten Díaz-Canel nicht aus Photo by U.S. Navy Petty Officer 1st Class Alexander Kubitza

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat eine mögliche Militäroperation zur Festnahme des kubanischen Präsidenten Miguel Díaz-Canel nicht ausgeschlossen. Bei einem Besuch im Hauptquartier des US-Zentralkommandos (CENTCOM) in Florida sagte der Pentagon-Chef auf eine direkte Frage nach einer „Töten oder Fangen“-Aktion gegen den kubanischen Führer: „Wir haben Optionen in alle Richtungen.“ Er bestätigte weder einen konkreten Plan noch dementierte er die Existenz eines solchen Szenarios. Die Aussage markiert eine deutliche rhetorische Eskalation im bilateralen Verhältnis zwischen Washington und Havanna. Hegseth ließ bewusst offen, ob das Pentagon bereits operative Vorbereitungen getroffen hat.

Pentagon betont Planungsfähigkeit und Druck auf Kuba

Der Minister hob die militärische Planungskompetenz seines Hauses hervor. „Wir verdienen unseren Lebensunterhalt buchstäblich mit der Planung. Außerhalb des Pentagons plant niemand besser als das CENTCOM“, erklärte er. Anschließend fügte er hinzu, dass alle Optionen – unabhängig von ihrer Größenordnung – weiterhin auf dem Tisch lägen. Hegseth betonte zugleich, dass derzeit enormer Druck auf das kubanische Regime ausgeübt werde, und dies zu Recht. Die Führung in Havanna stehe vor großen Entscheidungen, die sie treffen müsse, so der Minister. Unter Druck, so warnte er, träfen Führungskräfte manchmal falsche Entscheidungen. Die Aussagen lassen darauf schließen, dass Washington bewusst eine Atmosphäre der Unsicherheit schaffen will, um Kubas Führung zu Zugeständnissen zu bewegen.

Hegseth vermeidet direkten Vergleich mit Venezuela-Operation

Auf die Frage, ob das Verteidigungsministerium eine ähnliche Operation wie jene zur Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro plane, wich Hegseth aus. Er wiederholte lediglich: „Alles, was ich sagen würde, ist: Optionen, Optionen, Optionen. Unsere Aufgabe ist es, Optionen in verschiedenen Größenordnungen vorzulegen – je nachdem, wohin der Oberbefehlshaber, der Präsident der Vereinigten Staaten, gehen will.“ Die venezolanische Parallele blieb unbeantwortet. Die Redaktion von CNN hat die kubanische Regierung um eine Stellungnahme zu Hegseths Äußerungen gebeten; eine offizielle Antwort steht noch aus. Die Zurückhaltung des Ministers könnte darauf hindeuten, dass das Pentagon ein maßgeschneidertes Konzept für Kuba erwägt, das sich von der Venezuela-Mission unterscheidet.

Besuch in Guantánamo und Trumps Zukunftsvision für die Insel

Am Mittwoch, dem 10. Juni, besuchte Hegseth den US-Marinestützpunkt Guantánamo auf Kuba. Dort erklärte er: „Was mit Kuba in der Zukunft geschieht, liegt in den Händen des Präsidenten der Vereinigten Staaten“, Donald Trump. Er fügte hinzu, dass das Verteidigungsministerium für jede Eventualität bereit und in der Lage sein werde. Der Besuch erfolgte nur wenige Tage, nachdem Washington neue Sanktionen gegen Díaz-Canel und weitere hochrangige kubanische Funktionäre verhängt hatte. Seit Januar hat das Weiße Haus den Druck auf Havanna mit einer Erdölblockade verschärft, die die Energiekrise des Landes weiter vertieft hat. Die Regierung Trump verlangt von der kubanischen Führung politische und wirtschaftliche Reformen – eine Forderung, die Kuba bislang ablehnt.

Kubas UN-Vertreter: „Völlig im Irrtum“

Der ständige Vertreter Kubas bei den Vereinten Nationen, Ernesto Soberón, reagierte umgehend auf die Aussagen des US-Verteidigungsministers. Auf der Plattform X (ehemals Twitter) schrieb er: „Die Zukunft Kubas, eines souveränen und unabhängigen Landes, obliegt einzig und allein dem kubanischen Volk und seiner Regierung. Der Verteidigungsminister, der glaubt, die Zukunft Kubas liege in anderen Händen, irrt völlig.“ Die scharfe Antwort zeigt, wie empfindlich Havanna auf Andeutungen einer möglichen Militärintervention reagiert. Sie unterstreicht zugleich die grundsätzliche Ablehnung jeder Einmischung von außen.

Die Äußerungen des US-Ministers fallen in eine Phase wachsender bilateraler Spannungen. Neben den Sanktionen hat sich die kubanische Energiekrise durch die von Washington verhängte Erdölblockade erheblich verschärft. Die Trump-Regierung fordert von Díaz-Canels Regime Reformen, während Havanna jede Nachgiebigkeit unter externem Druck verweigert. Die bloße Möglichkeit einer direkten militärischen Aktion – auch wenn sie nicht bestätigt ist – hebt den Ton des Konflikts zwischen beiden Ländern drastisch an. Analysten warnen, dass die Rhetorik aus Washington eine gefährliche Eigendynamik entwickeln könnte, falls sie nicht von konkreten diplomatischen Schritten begleitet wird.

Die Einschätzung der The Premise News: Hegseths Aussage, dass „alle Optionen auf dem Tisch liegen“, stellt eine bedeutende rhetorische Eskalation in den Beziehungen zwischen den USA und Kuba dar. Auch wenn er keinen konkreten Festnahmeplan bestätigt hat, verändert die bloße öffentliche Einräumung, dass ein solches Szenario erwogen wird, die diplomatische Kalkulation beider Seiten. Konkret auf dem Spiel steht die Souveränität Kubas, das seit Jahrzehnten US-Interventionen widersteht, sowie die politische Stabilität eines Landes, das bereits durch Sanktionen und die Energiekrise geschwächt ist. Die Spannung offenbart einen zentralen Widerspruch: Während Washington Reformen einfordert, könnte die militärische Drohung die Position Havannas weiter verhärten. Leser sollten in den kommenden Tagen darauf achten, ob die kubanische Regierung mit inneren Sicherheitsmaßnahmen oder einem Appell an internationale Verbündete reagiert. Hegseths Weigerung, die Lage mit der Venezuelas zu vergleichen, deutet darauf hin, dass das Pentagon möglicherweise ein anders profiliertes, aber ebenso aggressives Vorgehen vorbereitet. Letztlich bestätigt die Erklärung das Muster von Trumps Außenpolitik: maximalen Druck mit strategischer Ambiguität zu kombinieren.

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