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Zunehmender Luftverlust im Modul Swesda: Nasa bereitet Notfall-Evakuierung der ISS-Crew vor

David Wendel Batista
Zunehmender Luftverlust im Modul Swesda: Nasa bereitet Notfall-Evakuierung der ISS-Crew vor

Die Nasa hat die vier Astronauten der ISS-Mission Crew-12 angewiesen, sich auf eine mögliche Notfallevakuierung vorzubereiten. Grund ist ein erheblich verstärkter Luftverlust im russischen Modul Swesda. Am Freitag, dem 5. Juni, wurde die Anordnung kommuniziert. Die Besatzung wurde aufgefordert, in der Crew-Dragon-Kapsel Schutz zu suchen und ihre Raumanzüge zu tragen. Die Maßnahme erfolgte nach einem sprunghaften Anstieg der Leckrate, der die Sicherheit der Station gefährden könnte.

Steigender Luftverlust und Alarmstufe

Das Leck, das seit Monaten als klein galt, verschlechterte sich am Montag, dem 1. Juni. Die Leckrate stieg von etwa 0,45 Kilogramm pro Tag auf rund 0,9 Kilogramm täglich. Ein hoher Nasa-Beamter, der anonym bleiben wollte, bestätigte diese Entwicklung. Bereits am Montag um 9:04 Uhr US-Ostküstenzeit wurden die Astronauten in die Dragon-Kapsel geschickt. Der Befehl wurde in den folgenden Tagen aufrechterhalten und verstärkt. Der Druckabfall im Modul Swesda gibt zunehmend Anlass zur Sorge.

Roskosmos bestätigt zwei Lecks

Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos teilte mit, dass zwei Lecks im Modul Swesda entdeckt wurden. Das erste sei bereits mit einer Dichtungsmasse repariert worden. Das zweite Leck befindet sich im konischen Teil des Übergangsraums und wird noch abgedichtet. Roskosmos betonte, es bestehe keine unmittelbare Gefahr für die Crew, der Druck sei stabil. Die russische Agentur versicherte, dass die Reparaturarbeiten planmäßig verliefen. Dennoch hält die Nasa an den Evakuierungsvorbereitungen fest.

Die Crew-12-Mission im Detail

Die Crew-12 ist die zwölfte operative Rotationsmission von SpaceX zur ISS im Rahmen des Commercial Crew Program. Sie startete im Februar 2026 und ist für etwa neun Monate Aufenthalt geplant. Die vier Besatzungsmitglieder sind die US-Astronauten Jessica Meir und Jack Hathaway, die Französin Sophie Adenot von der Europäischen Weltraumorganisation sowie der Russe Andrey Fedyaev von Roskosmos. Sie haben den Evakuierungsalarm erhalten und sind in der Crew-Dragon-Kapsel untergebracht. Diese Astronauten sind diejenigen, die bei einer möglichen Notlage als Erste abtransportiert werden.

Prophylaktische Maßnahmen und die Rolle der Crew Dragon

Die Astronauten wurden angewiesen, ihre Raumanzüge zu tragen und in der Nähe der Crew-Dragon-Kapsel zu bleiben, die an die Station angedockt ist. Diese Kapsel dient als Rettungsboot und wird von SpaceX betrieben. Sie kann bis zu sieben Personen transportieren und operiert weitgehend automatisiert. Im Notfall kann sich die Crew Dragon schnell abkoppeln und zur Erde zurückkehren. Die Nasa hat das Vorgehen als rein prophylaktische Maßnahme bezeichnet. Die Raumfähre ist darauf ausgelegt, bei höchster Gefahr sofort zu starten.

Die Internationale Raumstation – Struktur und Kooperation

Die ISS umkreist die Erde in etwa 400 Kilometern Höhe und ist die größte von Menschen gebaute Struktur im Weltall. Sie wird seit dem Jahr 2000 durchgehend bewohnt und ist das Ergebnis einer internationalen Partnerschaft zwischen den USA, Russland, Kanada, Japan und mehreren europäischen Ländern. Das Modul Swesda, in dem die Lecks aufgetreten sind, ist ein zentraler Bestandteil des russischen Segments. Die Station hat die Abmessungen eines Fußballfeldes und umrundet die Erde etwa 16 Mal am Tag. Sie kann bis zu sieben Astronauten auf langen Missionen beherbergen.

Die Einschätzung der The Premise News: Der Vorfall im Modul Swesda zeigt die Anfälligkeit einer alternden Struktur, die auf Kooperation zwischen Mächten mit nicht immer deckungsgleichen Interessen angewiesen ist. Obwohl Roskosmos die Gefahr herunterspielt, macht der Alarm der Nasa deutlich, dass die Lage ernst genug ist, um Notfallprotokolle zu aktivieren. Es geht nicht nur um die unmittelbare Sicherheit von vier Raumfahrern, sondern auch um das Vertrauen in die Lebenserhaltungssysteme der ISS und das Verhältnis zwischen den Raumfahrtagenturen. Die Verdopplung der Leckrate innerhalb weniger Tage legt nahe, dass sich das Problem schnell verschärfen könnte, und die russischen Reparaturen sind noch nicht vollständig abgeschlossen. Leser sollten die nächsten Meldungen zur Abdichtung des zweiten Lecks und möglichen Entscheidungen über eine vorbeugende Evakuierung verfolgen. Im Kern unterstreicht dieser Zwischenfall, dass die ISS selbst nach Jahrzehnten im Betrieb ein Hochrisikoumfeld bleibt, in dem der Spielraum für Fehler winzig ist.

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