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Bitcoin stürzt auf tiefsten Stand seit Oktober 2024 – Starke US-Jobdaten belasten Kryptomarkt

Victória dos Santos de Sá
Bitcoin stürzt auf tiefsten Stand seit Oktober 2024 – Starke US-Jobdaten belasten Kryptomarkt Crédito: Foto de Jonathan Borba

Der Bitcoin-Kurs ist auf den tiefsten Stand seit Oktober 2024 gefallen. Am Freitag, den 5. Juni, notierte die Kryptowährung bei rund 61.700 US-Dollar. Im Tagesverlauf war sie zeitweise um 3,9 Prozent auf knapp über 61.000 Dollar eingebrochen. Damit droht der Bitcoin, die psychologisch wichtige Marke von 60.000 Dollar zu testen. Auslöser der jüngsten Abwärtsbewegung waren überraschend starke Beschäftigungsdaten aus den Vereinigten Staaten.

Arbeitsmarktdaten erschüttern Kryptomarkt

Der Payroll-Bericht für Mai zeigte den Aufbau von 172.000 neuen Stellen. Das war mehr als doppelt so viel wie die Konsensschätzung des Marktes von 80.000 bis 85.000 Stellen. Ein derart robuster Arbeitsmarkt verringert die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank Fed bei ihren nächsten Sitzungen die Zinsen senkt. Für risikoreiche Anlagen wie Kryptowährungen bedeutet dies zusätzlichen Druck. Anleger fürchten, dass die lockere Geldpolitik vorerst ausbleibt.

Ethereum verzeichnet noch stärkeren Einbruch

Die zweitgrößte Kryptowährung der Welt, Ethereum, erlitt einen noch heftigeren Rückschlag. Der Kurs fiel um mehr als acht Prozent auf 1.625 Dollar – den niedrigsten Stand seit April 2025. Im späten Handel erholte sich das digitale Asset leicht auf etwa 1.665 Dollar. Auf Wochensicht verbucht Bitcoin einen Verlust von 15,6 Prozent, Ethereum sogar 17,3 Prozent. Die Anlegerstimmung hat sich damit deutlich eingetrübt.

Kapitalabflüsse und Bärenmarkt-Signale

Bitcoin erlebt derzeit seine längste Verlustserie seit August 2025. Ausgelöst wurde sie am Montag, dem 2. Juni, durch die Strategy, die erstmals seit 2022 eine kleine Menge Bitcoin verkaufte. Seither belasten anhaltende Mittelabflüsse aus US-amerikanischen Bitcoin-ETF den Kurs. Hinzu kommt die wachsende Divergenz zum US-Aktienmarkt, der dank Euphorie um künstliche Intelligenz immer neue Rekorde feiert. Analysten sehen darin ein ernstes Warnsignal für den Kryptosektor.

Analysten warnen vor kritischer Unterstützung bei 60.000 Dollar

„Das Niveau von 60.000 Dollar war im Februar ein starker Support und wurde zuletzt 2024 vor Trumps Wahl gesehen – ein klarer Bruch wäre schädlich“, sagte Caroline Mauron, Mitgründerin von Orbit Markets, gegenüber Bloomberg. Auch Dean Chen von der Brokerfirma Bitunix sieht die Kryptomärkte unter Druck. „Während globales Kapital in KI- und Tech-Aktien fließt, müssen digitale Assets um die Allokation der Investoren kämpfen“, erklärte er. Diese Konkurrenz verschärft die Abwärtsspirale.

Großanleger erhöhen Verkaufsdruck

Die Abwärtsbewegung wird durch Daten aus der Blockchain untermauert. Die täglich realisierten Verluste im Gesamtmarkt stiegen auf 1,3 Milliarden Dollar bei Bitcoin-Kursen um 62.000 Dollar. Langzeithalter waren für rund 770 Millionen Dollar – 59 Prozent der Verkäufe – verantwortlich. Das deutet darauf hin, dass Investoren, die nahe dem Zyklushoch gekauft hatten, nun mit Verlust verkaufen. Auch die Aktivität der sogenannten Wale, also Großanleger, hat sich drastisch erhöht.

Die Einzahlungen von Bitcoin auf der Börse Binance haben sich im Laufe der Woche verdoppelt. Am 2. Juni wurden rund 8.200 BTC auf die Plattform transferiert, am 4. Juni über 6.400 BTC – bei einem monatlichen Durchschnitt von 1.200 BTC seit Mitte April. Solche Bewegungen gelten als Indikator für bevorstehende Verkäufe, da Anleger die Coins vor dem Handel auf die Börse verschieben. Die Vault Capital weist jedoch darauf hin, dass ähnlich hohe Einzahlungen im Februar einen lokalen Tiefpunkt markierten, bevor eine Erholung einsetzte. Der Druck könnte also auch eine Übertreibung darstellen.

Technische Marken und Fed-Sitzung im Fokus

Aus technischer Sicht bleibt das Niveau von 60.000 Dollar der entscheidende Punkt. Ein Schlusskurs darunter würde den Weg für weitere Verluste in Richtung der Spanne zwischen 55.000 und 58.000 Dollar ebnen, so Marco Aurélio de Camargos, CIO der Vaul Capital. Eine Erholung über 65.000 Dollar zum Wochenende wäre hingegen das erste Stabilisierungssignal. Die technische Analyse des Portals InfoMoney stützt diese Einschätzung und bezeichnet das Szenario als „überwiegend bärisch“. Der Markt wartet zudem auf die Fed-Sitzung am 16. und 17. Juni – die erste unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh. Der starke Arbeitsmarktbericht verringert die Chance auf eine Zinssenkung, doch der Ton der Kommunikation wird entscheidend für die Risikobereitschaft in den Folgewochen sein.

Die Einschätzung der The Premise News: Der Absturz des Bitcoin unter die Marke von 62.000 Dollar markiert mehr als einen kurzfristigen Rücksetzer. Er offenbart, wie empfindlich Kryptowährungen auf makroökonomische Signale reagieren, insbesondere auf Hinweise, die eine lockere Geldpolitik der Fed verzögern. Auf dem Spiel steht das Vertrauen von Institutionen und Privatanlegern, die in den vergangenen Monaten stark in digitale Assets investiert hatten. Der zentrale Widerspruch liegt in der wachsenden Kluft zwischen dem boomenden Aktienmarkt – getrieben durch KI-Euphorie – und der Krise im Kryptosektor. Dies zeigt, dass Risikokapital derzeit eine starke Präferenz für etablierte Technologiewerte hat. Leser sollten in den kommenden Tagen genau beobachten, ob der Bitcoin die Marke von 60.000 Dollar verteidigen kann. Ein nachhaltiger Bruch könnte eine breitere Abverkaufswelle auslösen, während eine Stabilisierung über 65.000 Dollar erste Anzeichen für eine Erholung böte. Zudem wird die Wortwahl des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh Mitte Juni den weiteren Kurs bestimmen. Letztlich bestätigt der aktuelle Einbruch eine alte Wahrheit: Kryptowährungen bleiben extrem zinsabhängige, spekulative Anlagen, deren Höhenflüge durch geldpolitische Realitäten schnell beendet werden können.

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