Der Suchmaschinenriese Google hat einen ehrgeizigen Plan vorgestellt, um den Wasserverbrauch seiner Rechenzentren zu senken. Das Unternehmen will bis 2030 in den USA mehr Wasser in die Umwelt zurückführen, als es für die Kühlung seiner Anlagen verbraucht. Der Fünf-Punkte-Plan umfasst unter anderem Investitionen in Höhe von 17 Millionen Dollar und die Modernisierung lokaler Wassersysteme. Der Konzern reagiert damit auf wachsende Kritik am Ressourcenverbrauch großer Technologiefirmen.
Fünf Handlungsfelder für eine nachhaltigere Kühlung
Die erste und ambitionierteste Maßnahme sieht vor, dass Google bis 2030 in den USA mehr Wasser zurückgibt als es für seine Datenzentren verbraucht. Dazu will der Konzern die Zahl der Projekte zur Wasserbewirtschaftung in den Regionen seiner Rechenzentren deutlich ausweiten. Die dafür bereitgestellte Summe von 17 Millionen Dollar soll in die lokale Wasserversorgung sowie in Technologien zur Leckageerkennung fließen. Google betont, dass die Initiativen in den umliegenden Wassereinzugsgebieten umgesetzt werden. Das Gesamtkonzept gliedert sich in fünf Schritte, wobei der erste als der zentralste gilt.
Unterstützung für kommunale Wassersysteme
Eine weitere Säule des Plans ist die Unterstützung der Modernisierung von Wasserversorgungs- und Aufbereitungssystemen in den Städten, in denen die Datenzentren stehen. Google will außerdem vor dem Bau neuer Anlagen eine detaillierte Analyse der Wassereinzugsgebiete durchführen. Falls der Wasserverbrauch ein Risiko für die Umwelt oder die örtliche Versorgung darstellt, soll auf luftgekühlte Systeme oder die Nutzung von aufbereitetem Wasser umgestellt werden. Der Konzern erwähnt zudem die Förderung von Technologien zur Identifizierung von Leitungsverlusten. Diese Maßnahmen sollen die Wasserinfrastruktur vor Ort nachhaltig stärken.
Warum KI-Rechenzentren besonders viel Wasser benötigen
Der Betrieb von Datenzentren erfordert eine komplexe Energieinfrastruktur, um die Anlagen rund um die Uhr zu betreiben. Das Training von Modellen der künstlichen Intelligenz verbraucht enorme Datenmengen und setzt moderne Chips voraus, die mehr Energie aufnehmen und daher mehr Wärme erzeugen. Um die Temperatur zu kontrollieren, sind flüssige Kühlsysteme mit Wasser oder Öl notwendig – anders als bei Cloud-Rechenzentren, die oft mit Luft gekühlt werden können. Dieser Unterschied macht KI-Datenzentren zu besonders wasserintensiven Einrichtungen.
Studie zeigt hohen Wasserverbrauch von ChatGPT
Eine Untersuchung der University of California in Riverside verdeutlicht das Ausmaß: Demnach kann das Stellen von 50 Fragen an den Chatbot ChatGPT etwa einen halben Liter Wasser verbrauchen. Die Zahl illustriert, wie stark die Ressourcen durch KI-Anwendungen belastet werden. Der immense Rechenaufwand hinter solchen Diensten treibt den Wasserbedarf in die Höhe. Forscher warnen vor einer weiteren Zunahme, falls keine effizienteren Kühlmethoden entwickelt werden.
Brasilien: 180 Rechenzentren ohne KI – aber vier Projekte in Planung
In Brasilien sind derzeit rund 180 Datenzentren in Betrieb, jedoch keines speziell für künstliche Intelligenz. Allerdings wurden bereits vier solcher Projekte angekündigt, deren Energieverbrauch dem von 16,4 Millionen Haushalten entsprechen könnte. Die Expansion der KI in dem Land dürfte den Wasserverbrauch weiter erhöhen, insbesondere wenn die neuen Zentren auf Flüssigkühlung setzen. Der Plan von Google enthält keine spezifischen Ziele für Länder außerhalb der USA, deutet aber einen globalen Trend zu mehr Umweltverantwortung an. Die Entwicklung in Brasilien zeigt, dass das Thema auch außerhalb der USA an Bedeutung gewinnt.
