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iFood startet Drohnenlieferung in São Paulo: Fast 50 Prozent Auftragsablehnung soll sinken

Victória dos Santos de Sá
iFood startet Drohnenlieferung in São Paulo: Fast 50 Prozent Auftragsablehnung soll sinken PHOTO BY The Premise News

Der brasilianische Lieferdienst iFood hat am 1. Juni 2026 einen neuen Drohnen-Lieferdienst im Bundesstaat São Paulo gestartet. Die unbemannten Fluggeräte verkehren zwischen dem Einkaufszentrum Iguatemi Alphaville und mehreren Wohnanlagen in Barueri. Der Betrieb läuft täglich von 10:30 Uhr bis 22:30 Uhr. Es handelt sich um die zweite kommerzielle Luftroute der Plattform. Das Unternehmen hofft, die hohen Ablehnungsraten von Bestellungen – fast 50 Prozent – zu senken, die durch schwierigen Zugang und lange Wartezeiten an den Portierslogen verursacht werden. Die Genehmigungen für die Flüge liegen von der nationalen Zivilluftfahrtbehörde Anac und dem Luftraumkontrollamt Decea vor.

Logistik der Luftzustellung in Wohnanlagen

Die Zustellung per Drohne verläuft in drei klar definierten Schritten. Zunächst bringt ein Kurier oder ein Roboter die Bestellung vom Restaurant zum Abflugpunkt und platziert die Verpackung im Fluggerät. Das unbemannte Luftfahrzeug legt dann rund 3,6 Kilometer in etwa fünf Minuten zurück und landet auf einer vorgesehenen Fläche innerhalb des Wohnkomplexes. Im letzten Schritt übernimmt ein menschlicher Zustellpartner die sogenannte letzte Meile und liefert das Produkt vor die Haustür des Kunden. Das Unternehmen betont, dass die gesamte Abfolge den Vorschriften der Anac und des Decea entspricht. Die Integration von Robotern, Drohnen und menschlichen Fahrern zeigt den multimodalen Ansatz des Lieferdienstes.

Fast die Hälfte aller Bestellungen wird abgelehnt

Fast die Hälfte aller Bestellungen in der Region wird von den Fahrern abgelehnt, so das Unternehmen. Als Hauptgründe nennt die Firma die erschwerte Zufahrt zu den Wohnanlagen und die langen Wartezeiten an den Eingangskontrollen. Mit dem Einsatz der Drohnen hofft der Lieferdienst, diese hohen Ablehnungsquoten deutlich zu senken. Der Lufttransport umgeht die Notwendigkeit, dass der Fahrer Schlangen und bürokratische Hürden an den Einfahrten überwinden muss. Dadurch soll der Service nicht nur effizienter werden, sondern auch für Kunden und Partner attraktiver.

Zweite Drohnenroute nach erfolgreichem Pilotprojekt in Sergipe

Die neue Route in São Paulo ist die zweite ihrer Art bei iFood. Die erste wurde bereits 2021 im Bundesstaat Sergipe eingerichtet und verband Aracaju mit Barra dos Coqueiros. Auf dieser Strecke wurden nach Angaben des Unternehmens bislang mehr als 5.000 Bestellungen abgewickelt. Ursprünglich betrug die Landverbindung 36 Kilometer, doch durch den Drohneneinsatz verkürzte sich die Flugstrecke auf weniger als 4 Kilometer. Die Erfahrungen aus dem Nordosten dienten als Grundlage für die Expansion nach São Paulo und belegten die technische und operative Machbarkeit des Modells.

Regulatorische Genehmigungen und betriebliche Herausforderungen

Die Drohnenflüge werden von der Anac und dem Decea reguliert, die die erforderlichen Genehmigungen erteilten. Welche konkreten Genehmigungsarten vorliegen, teilte das Unternehmen nicht mit; es verwies lediglich auf die Einhaltung der geltenden Vorschriften. Die Sicherheit der Lieferungen und die Integration in den Luftraum sind entscheidend für die Fortführung des Dienstes. Bisher wurden auf keiner der beiden Routen Zwischenfälle gemeldet. Der Dienstleister erklärte, das Modell sei auf andere Regionen übertragbar, nannte jedoch weder Zeitpläne noch konkrete Standorte.

Auswirkungen auf Effizienz und Kundenerfahrung

Die Verringerung der Ablehnungen könnte die Kundenerfahrung spürbar verbessern, da weniger Stornierungen anfallen und die Lieferungen planbarer werden. Für die Zustellpartner bedeuten niedrigere Ablehnungsraten mehr Verdienstmöglichkeiten. Der Einsatz von Drohnen verkürzt zudem den Weg vom Restaurant bis zur Wohnanlage und reduziert damit die gesamte Lieferzeit. Konkrete Angaben zur durchschnittlichen Zustelldauer auf der neuen Route machte iFood nicht, doch die 3,6 Kilometer lange Flugstrecke wird in fünf Minuten bewältigt. Die Kombination aus Robotern, Drohnen und menschlichen Fahrern unterstreicht den Willen des Unternehmens, auf multimodale Lösungen zu setzen.

Das Unternehmen betont, dass das Konzept grundsätzlich auf weitere Gebiete ausgeweitet werden könne. Die Entscheidung für die neue Route in der Metropolregion São Paulo fiel auf Basis der positiven Erfahrungen in Sergipe. Die Plattform hofft, durch die Luftlogistik nicht nur die Effizienz, sondern auch die Zufriedenheit der Kunden und Fahrer zu steigern. Die unbemannten Fluggeräte fügen sich in eine Strategie ein, die verschiedene Zustelltechnologien kombiniert.

Die Einschätzung der The Premise News: Die Ausweitung der Drohnenlieferungen von iFood auf São Paulo ist weit mehr als ein bloßes logistisches Experiment – sie ist ein entscheidender Test für die kommerzielle Nutzung unbemannter Fluggeräte in dichten urbanen Räumen. Konkret steht die Fähigkeit auf dem Spiel, die fast 50-prozentige Ablehnungsquote von Bestellungen zu senken, was sowohl das Unternehmen als auch die Fahrer unmittelbar betrifft. Der zentrale Widerspruch liegt zwischen der Verheißung technologischer Effizienz und der Realität strenger Regularien sowie der nötigen Integration in den städtischen Luftverkehr. Die bisherigen Erfahrungen in Sergipe mit über 5.000 abgeschlossenen Lieferungen liefern einen Präzedenzfall, doch das Ballungsgebiet São Paulo stellt ungleich größere Anforderungen. Leser sollten genau beobachten, ob es dem Dienstleister gelingt, die Operation auf weitere Stadtteile auszudehnen und ob die Ablehnungsraten tatsächlich sinken. Letztlich zeigt der multimodale Ansatz – Roboter, Drohnen und menschliche Fahrer vereint – eine vielschichtige Strategie, die den gesamten Liefermarkt in Brasilien neu definieren könnte.

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