Ein Supercomputer des Statistikunternehmens Opta Analyst hat Spanien mit 16,19 Prozent Wahrscheinlichkeit als großen Favoriten für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 ermittelt. Die Prognose, die am 7. Juni veröffentlicht wurde, basiert auf einer riesigen Datenmenge und Tausenden von Simulationen des Turnierverlaufs. Brasilien, der Rekordweltmeister, liegt mit lediglich 6,81 Prozent auf dem sechsten Platz – weit abgeschlagen hinter mehreren europäischen Teams. Die Nachricht dürfte die brasilianischen Fans enttäuschen, die ihre Seleção nicht mehr an der Spitze sehen.
Europäische Dominanz in der Spitzengruppe
Die Führung der Spanier wird durch ihre jüngsten Erfolge untermauert: Sie sind amtierender Europameister und seit einer langen Serie offizieller Spiele ungeschlagen. Hinter ihnen folgen Frankreich (12,69 Prozent), England (10,83 Prozent) und Argentinien (10,15 Prozent) als Titelverteidiger. Portugal komplettiert die Top Fünf mit 7,15 Prozent. Auffällig ist die klare Vorherrschaft europäischer Mannschaften in den ersten Rängen – nur Argentinien vertritt Südamerika dort. Brasilien hingegen muss sich mit dem sechsten Platz begnügen, hinter Portugal, das nie eine WM gewann.
Brasiliens schwache Bilanz der letzten Jahre
Die Opta Analyst begründet die niedrige Wahrscheinlichkeit für Brasilien mit der jüngeren Turnierhistorie: In den letzten beiden Weltmeisterschaften scheiterte die Seleção jeweils im Viertelfinale. Auch die Copa América 2024 trug nicht zur Verbesserung der Statistik bei. Allerdings glaubt das Unternehmen, dass die Ankunft von Trainer Carlo Ancelotti einen Unterschied machen könnte. Seine Erfahrung in K.o.-Spielen wird als Faktor gesehen, der helfen kann, die Erwartungen zu übertreffen.
Wie der Supercomputer seine Prognosen berechnet
Das System der Opta versucht nicht, die Zukunft vorherzusagen, sondern berechnet Wahrscheinlichkeiten auf Basis konkreter Daten. Berücksichtigt werden die aktuelle Form der Teams, die historischen Ergebnisse und die Stärke der Gegner. Auch Informationen aus dem Wettmarkt und das unternehmenseigene Ranking fließen ein. Der Computer führt Tausende von Simulationen durch, in denen die Mannschaften auf unterschiedliche Weise vorankommen oder ausscheiden.
Simulationen ergeben Prozentwerte
Nach jeder Simulation wird gezählt, wie oft jede Mannschaft als Weltmeister endet. Diese Häufigkeit wird in die veröffentlichten Prozentzahlen umgerechnet. Das Ergebnis ist ein probabilistisches Ranking, das die Favoriten zeigt – aber die Unwägbarkeiten des Fußballs nicht eliminiert. Die vollständige Liste der zehn aussichtsreichsten Nationen verdeutlicht die europäische Dominanz: Neben Spanien, Frankreich, England und Portugal finden sich mit Deutschland (5,89 Prozent), den Niederlanden (3,95 Prozent), Norwegen (3,52 Prozent) und Belgien (2,31 Prozent) vier weitere Teams aus Europa. Norwegen und Belgien gelten als Außenseiter mit beachtlichen Chancen.
Die geringe Wahrscheinlichkeit Brasiliens unterstreicht den Wandel der Fußballhierarchie. Trotz der ungünstigen Zahlen für die Seleção betont die Berichterstattung, dass die Statistiken nicht auf dem Platz stehen. Der Fußball wird weiterhin durch Talent, Strategie und Momente entschieden, die kein Algorithmus vorhersagen kann. Die Geschichte des Turniers zeigt, dass Überraschungen immer möglich sind. Die Vorhersage des Supercomputers ist daher eher ein Werkzeug als ein endgültiges Urteil.
